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Malteser Eichstätt

1. Eichstätter Hospiz- und Palliativtag war ein voller Erfolg

140 Plätze waren innerhalb weniger Wochen vergeben

24.10.2017
Pflegedienstleiterin Karin Deseive war Mitglied im Organisationsteam und führte als Moderatorin durch die beiden Vorträge mit den anschließenden Diskussionen.
Prof. Dr. med. Christoph Ostgathe vom Universitätsklinikum Erlangen referierte zum Thema „Wann beginnt eigentlich Palliativmedizin?“
Der Veranstaltungssaal im Eichstätter Wirtshaus „Zum Gutmann“ war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Rechtsanwalt Wolfgang Putz während seines Vortrags über „Patientenrechte am Ende des Lebens“.
Das Organisationsteam des 1. Eichstätter Hospiz- und Palliativtages stellte sich zum Tagungsabschluss zum Gruppenfoto.

Die Klinik Eichstätt und der Malteser Hilfsdienst veranstalteten am 20. Oktober das erste Mal einen Hospiz- und Palliativtag unter dem Motto: Berufung trifft Beruf: Begleitung durch ein multiprofessionelles Team. Innerhalb kürzester Zeit waren die 140 Plätze ausgebucht. Schon daran lässt sich erkennen, welche Bedeutung dieses Thema hat.

Vor drei Jahren ist der palliativmedizinische Dienst der Klinik Eichstätt gegründet worden mit dem Ziel, die bestmögliche Versorgung für Schwerkranke und Sterbende zu erreichen. Ärzte, Pflegekräfte, Sozialdienst, Seelsorger, Therapeuten und der ambulante Hospizdienst der Malteser arbeiten eng als multiprofessionelles Team zusammen und freuen sich, dass sie in dieser Zeit viel in der Versorgung von Palliativpatienten verbessern konnten.

Um in der Bevölkerung die Sensibilität für dieses Thema zu schärfen, entstand in diesem Team die Idee eines Hospiz- und Palliativtages vor Ort, zu dem sowohl Fachpersonal als auch interessierte Bürger herzlich eingeladen waren. Denn die Mitarbeiter des Palliativteams haben in diesen drei Jahren festgestellt, dass in der Gesellschaft immer noch große Unsicherheit herrscht in Fragen wie: Was ist eigentlich Palliative Care und wie kann dieses Konzept umgesetzt werden? Oder: Welche Rechte hat ein Patient am Ende des Lebens? Diesen Fragen widmeten sich die beiden Referenten am Beginn des Hospiztages.

Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Leiter der palliativmedizinischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen, ist der Frage nachgegangen: „Wann beginnt eigentlich Palliativmedizin?“ In diesem Zusammenhang machte er auf die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis aufmerksam. Studien belegen, dass eine frühzeitige Einbeziehung von Palliative Care nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch die Überlebenszeit verlängern kann, unter anderem, weil eine belastende Übertherapie am Lebensende so vermieden werden kann. Leider wird die Palliativmedizin jedoch immer noch viel zu spät in die Behandlung mit einbezogen, was auch ein wenig damit zusammenhängt, dass der Begriff „palliativ“ immer noch Unsicherheit und Ängste hervorruft.

Im zweiten Einführungsvortrag hat der Münchner Rechtsanwalt Wolfgang Putz, Spezialist für Medizinrecht und Lehrbeauftragter an der Ludwig Maximilian Universität München, über Patientenrechte am Ende des Lebens referiert. Seine Schwerpunkte lagen auf den Patientenrechten, besonders am Lebensende. Dabei machte er klar, dass in juristischer Hinsicht jede ärztliche Behandlung – durch „Stahl, Strahl, Chemie“, wie er es fomulierte, einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen darstelle. Und der könne jederzeit, sofern er noch Willensentscheidungen fällen kann, Behandlungen abbrechen oder verweigern und so auch sein Recht auf würdevolles Sterben umsetzen.

In den sich anschließenden Workshops ging es um komplementäre Methoden wie Aromatherapie oder Klangmassage, Fragen zu Demenz und Notfällen in der Palliativmedizin bis hin zu Trauerbegleitung. Die Vorträge fanden im Wirtshaus Zum Gutmann in Eichstätt statt, die anschließenden Workshops sowohl im Gutmann als auch im Gabrieli-Gymnasium, das diese Veranstaltung auf diesem Weg intensiv unterstützte. Der Abend fand seinen Ausklang bei angeregten Gesprächen, gutem Essen und Jazzmusik.

 

Hier finden Sie die Vorträge und Workshops des Tages zum Download:
Barbara Heß: Aromatherapie in der Palliativmedizin
Dr. med. Hubert Grienberger: Notfälle bei Palliativpatienten
Albrecht Kühnle: Demenz im Endstadium
Prof. Dr. med. Christoph Ostgathe: Wann beginnt eigentlich Palliativmedizin?

 

Weitere Informationen

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